Ein Dienst voller Gefahren
75-jähriges Bestehen des Löschzuges Kirchborchen gefeiert
VON JULIA GRAVENSTEIN
"Es erfordert viel Mut, in einen Einsatz zu gehen", sagt Landrat Manfred Müller. Und doch begäben sich die Mitglieder der Feuerwehr Borchen seit 75 Jahren immer wieder in Gefahr - freiwillig. "Das ist nicht selbstverständlich", findet Müller.
Zum 75-jährigen Jubiläum des Löschzuges Kirchborchen fand diesmal das jährliche Borchener Gemeindefeuerwehrfest in Kirchborchen statt. Schon morgens konnten alle Interessierten die Möglichkeit nutzen, die Feuerwehrfahrzeuge und die Wache kennen zu lernen. Ein Highlight waren die Vorführung einer Fettexplosion und der Metallbrand. Hautnah erlebten die Besucher mit, wie die Feuerwehrleute den Brand mit Feuerlöschern unter Kontrolle brachten. Auch die Einweihung des neuen Rettungswagens (RTW), der in der Rettungswache Borchen stationiert ist, fand großen Anklang. Seit 13 Jahren ist es das erste Rettungsfahrzeug für Borchen, das ganz neu ist. Den hochmodernen und neu ausgestatteten RTW konnten die Besucher dann auch gleich von innen besichtigen. So auch der sechsjährige Patrick Schmidt. Noch etwas skeptisch stieg er in das große Fahrzeug, wo er von Christian Bachmann vom Malteser Hilfsdienst Borchen auf die Liege gesetzt wurde.
Neben dem RTW waren unter anderem auch sämtliche Fahrzeuge der Feuerwehr Borchen, ein Flugfeldlöschfahrzeug des Flughafens Paderborn/Lippstadt und der Intensiv-Transport-Wagen der Feuerwehr Paderborn zu besichtigen. Kirchborchens Löschzugführer Heinz-Thomas Plöger ist schon seit 35 Jahren ehrenamtlich dabei. "1934 haben die etwa 50 Gründungsmitglieder mit einer Handvoll Schläuchen angefangen", erzählte er. "Mit der Zeit kamen dann immer mehr Sonderfahrzeuge hinzu." In den vielen Jahren hat Plöger schon einiges erlebt. Ein Einsatz auf der Autobahn mit einem Geisterfahrer ist ihm besonders im Gedächtnis geblieben. "Das war schon ein sehr schwerer Einsatz". Doch das hat ihn nicht davon abgehalten, auch weiterhin im Löschzug Kirchborchen dabei zu sein. "Man darf solche Einsätze emotional nicht so nah an sich heranlassen, dann schafft man das", rät Plöger. Constantin Nübel ist erst 18 Jahre, aber schon seit sieben Jahren beim Löschzug Oberntudorf. Das ehrenamtliche Engagement macht ihm viel Spaß - auch wenn es Einsätze gibt, bei denen man Opfern nicht mehr helfen kann. Wie bei einem Wohnhausbrand im Januar, als eine Person ums Leben kam.
Für ihren langjährigen aktiven Dienst wurden zu diesem Anlass Oberfeuerwehrmann Hubert Franke und Hauptfeuerwehrmann Hermann-Josef Salmen vom Löschzug (LZ) Nordborchen sowie Unterbrandmeister Werner Leifels und Brandoberinspektor Heinz-Thomas Plöger vom LZ Kirchborchen mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold geehrt.